[Rezept] Äpfel oder Pflaumen? Streusel-Obstkuchen zweierlei Art

So gern ich den Sommer auch mag, dem (Früh-)Herbst kann ich (zumindest kulinarisch) auch jede Menge abgewinnen. Denn spätestens zur Ibbenbürener Kirmes, also am ersten September-Wochenende, wird es für mich Zeit für Pflaumen- (oder Zwetschgen-)Kuchen. Und wenn die Zeit der Pflaumen dann vorbei ist, geht es im Oktober mit leckerem Apfelkuchen weiter. Das beste daran: Wir haben ein Rezept, das man für beides wunderbar verwenden kann.

Das Rezept stammt, wie so einige unserer liebsten und Stamm-Rezepte, mal wieder aus einem Kindergartenkochbuch. In diesem Fall aus dem mittlerweile sehr zerfledderten Heft mit ehemals blauem Einband, das irgendwann erschien, als ich noch in diesen Kindergarten gegangen bin. Aber das schadet dem Rezept ja nicht.

Es handelt sich dabei um einen ganz einfachen Rührteig – mit Hefe- oder Mürbeteig kann man in unserer Familie nicht so richtig gut punkten – für einen Blech-Streuselkuchen. Mit eben Obst drauf. Laut Rezept Boskop-Äpfel, aber natürlich gehen auch alle anderen Apfelsorten und natürlich Pflaumen/Zwetschgen. Und vielleicht auch andere Obstsorten, das haben wir aber noch nicht probiert.

Wie gesagt, der erste Pflaumenkuchen der Saison gehört für mich zum Kirmes-Wochenende dazu und so gab es ihn auch in diesem Jahr Anfang September. Und wenn ich diesen Kuchen zuhause backe, gehört es außerdem dazu, ein Eckchen obst-frei zu lassen. Ich weiß zwar nicht, wie man das essen und mögen kann, denn das ist dann schon eine recht trockene Angelegenheit. Aber ein Familienmitglied, das absolut kein Obst isst, „besteht“ geradezu darauf.

Nun ist ja gerade klassische Apfelkuchen-Zeit, ich bin aber mittlerweile alleine in Dortmund. Zwar kann man den Kuchen, sowohl mit Pflaumen als auch mit Äpfeln, ganz wunderbar einfrieren und ihn dann bei akutem Kuchen-Hunger auftauen und noch einmal leicht im Ofen erwärmen (dann schmeckt er fast besser als frisch gebacken), aber selbst dann wäre ein Blech für mich so ganz alleine doch etwas viel. Also habe ich mal getestet, ob sich das Rezept nicht auch reduzieren und statt auf dem Blech in einer Springform backen lässt. Und ja, das geht auch.

Für die Streusel weichen wir übrigens etwas von dem Originalrezept ab und benutzen das Streusel-Rezept aus einem Miele-Kochbuch. Nachdem ich mich lange immer über meine Streusel geärgert habe, ist mein Tipp mittlerweile: Bloß nicht zu viel oder zu lange oder zu heftig rühren bzw. kneten. Ich gebe die Zutaten in eine Schüssel und verwende die Knethaken des Mixers, aber nur auf einer relativ niedrigen Stufe. Lieber etwas früher damit aufhören und mit den Fingern noch ein wenig vorsichtig vermischen, bis eine brotkrümel-ähnliche Mischung entsteht.

Nun aber genug der Vorrede. Hier das Rezept:
Zutaten für ein Blech Obstkuchen:
200g Margarine
200g Zucker
4 Eier
2 Päckchen Vanillezucker
300 g Mehl (gerne Weizen- oder auch Dinkelmehl 1050)
1/2 Päckchen Backpulver
Eine ordentliche Prise Zimt

Belag:
etwa 1,5 Kilo Pflaumen oder Zwetschgen (mit einem Kilo komme ich so aus, dass wie gewünscht ein Stück obstfrei bleibt. Liegt aber natürlich auch dran, wie eng/üppig man belegt)
ODER
5-6 große Äpfel (geschält)

Für die Streusel:
200g Mehl (hier nehme ich gerne Weizenmehl 405)
125g Zucker
125g Margarine
Nochmal einen guten Schwung Zimt

Zubereitung:
Die könnte kaum einfacher sein. Alle Zutaten für den Teig miteinander verrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Diesen auf einem gefetten Blech verteilen und glatt streichen.

Äpfel waschen, schälen und in Scheiben schneiden oder Pflaumen waschen, halbieren und den Stein entfernen. Das Obst auf dem Teig verteilen, so üppig oder sparsam, wie man eben mag. Darauf, nicht vergessen, nochmal schwungvoll Zimt streuen (ja, der ist für mich bei diesem Kuchen eine Hauptzutat).

Die Zutaten für die Streusel, wie oben beschrieben, vorsichtig und eher kurz mit den Knethaken des Rührgerätes miteinander verkneten – im Zweifel lieber noch einmal vorsichtig mit den Fingern mischen und kneten. Die Streusel über dem Kuchen verteilen.

Für meinen Test mit der Springform habe ich für eine Form mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern die Zutaten geviertelt. Also 50g Margarine, 50g Zucker, 75g Mehl usw. (funktioniert bei insgesamt vier Eiern im Originalrezept auch ganz hervorragend), ebenso die Streuselzutaten. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Für eine normalgroße Springform (26 oder 28 Zentimeter Durchmesser) würde ich die Zutaten halbieren.

Wenn der Kuchen fertig belegt und „bestreuselt“ ist, wandert er für etwa 40 Minuten bei 175° Umluft in den Ofen (die Backzeit ändert sich auch bei der Springform-Variante nicht). Alleine dieser Geruch (nach Zimt. Vor allem nach Zimt) ist schon herrlich und macht sofortigen Kuchenhunger, wenn man den nicht sowieso schon hatte. Besonders Pflaumenkuchen ist extra-lecker, wenn man ihn noch leicht warm isst. Wer mag, reicht Schlagsahne dazu, aber auch ohne (ich mag keine Sahne) ist dieser Kuchen ziemlich, ziemlich lecker – und schmeckt ganz toll nach Herbst.

Viel Spaß beim Backen und guten Appetit!

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