Monatsrückschau – Januar

Der Januar war gleichzeitig unendlich lang – so fühlt er sich ja häufig an – und gleichzeitig war er auch so voll, dass er irgendwie doch schnell vorbei ging. Ich wurde wieder ganz gut gesund und war dann, nach der etwas verkorksten Advents- und Weihnachtszeit, doch auch irgendwie bereit für das neue Jahr.

Leben
Mit dem Januar hab ich’s nicht so, das schrieb ich im letzten Jahr an dieser Stelle. Oft beginnt das Jahr ja ein wenig langsam, man könnte sagen, gemütlich – oder langweilig. Und dann nehme ich mir vor, die ruhige Zeit mit nur wenigen Terminen sinnvoll zu nutzen und scheitere an der eigenen fehlenden Motivation/Energie/dem inneren Schweinehund. Im letzten Jahr hat mich das sehr genervt – in diesem Jahr war dazu gar keine Gelegenheit, denn der Januar war wirklich außergewöhnlich voll. Richtig viel zu tun, viel verschiedenes war gleichzeitig zu bearbeiten und das „gipfelte“ dann in der letzten Woche, in der die 40 Stunden schon am Donnerstagmittag voll waren. Daneben gab es andere Ereignisse, die mich ganz froh und dankbar sein ließen, dass dies grad meine größten Probleme waren.

Nachdem ich in den ersten Tagen im Büro mich abends noch angestrengter und müder als üblich fühlte, war ich ganz froh, gegen Ende des Monats zu merken, dass körperliche und geistige Fitness wieder annähernd hergestellt waren. Die Gleichzeitigkeit, das Jonglieren zwischen Projekten und Terminen, To Dos und Inhalten gelang ganz gut – da blieb keine leere Zeit, die gefüllt werden musste, da blieb nur Priorisieren und Abarbeiten. Und ganz ehrlich: So arbeite ich viel lieber – wenn sich die Reihenfolge der Aufgaben quasi von allein aus ihrer Dringlichkeit ergibt und ich eigentlich kaum Luft habe, über einer To Do-Liste zu brüten. Es half natürlich auch, dass ich nach den Infekten im Dezember mit der Wiederaufnahme des Sportprogramms in diesem Monat noch aussetzen wollte – da war dann eben auch die Zeit, bis um sieben im Büro zu bleiben oder abends noch bis in die Nacht zuhause am Schreibtisch zu sitzen.

Zum Chor bin ich aber schon wieder gegangen, auch wenn die Stimme unter Corona und der folgenden Erkältung doch gelitten hat. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das mit mehr Übung wieder gänzlich gibt. Der Kalender für das erste Halbjahr füllt sich allein mit diversen Musikterminen – in Dortmund und in der Heimat – schon ganz gut. Das ist ein schöner Anblick und das sind Termine, die ich mir sehr gern freihalte bzw. im Zweifel auch „verteidige“ und anderem vorziehe.

Auch wettermäßig konnte man in diesem Monat guten Gewissens viel arbeiten – draußen war es eh die meiste Zeit scheußlich. Fast die einzige, sehr erfreuliche Ausnahme: Die etwa eineinhalb Tage mit Schnee, in denen es draußen hübsch aussah und auch schön kalt war. Ansonsten blieben noch wenige Tage, an denen es mal hell wurde, die Sonne aufging und es nicht den ganzen Tag grau blieb (wie der Tag, an dem das Titelbild aufgenommen wurde). Insgesamt war der Januar zu warm und zu nass.

Gelesen
Ich habe mir das Lesen bei den Mahlzeiten (d.h., unter der Woche beim Abendessen und am Wochenende auch beim Frühstück, wenn die Zeit dafür da ist) wieder angewöhnt und auf die Weise endlich das Buch beendet, das ich schon vor der Corona-Erkrankung begonnen hatte. „Die Symphonie der Sterne“ hatte ich letztes Jahr in einer Buchhandlung in Augsburg (wegen des hübschen Covers) entdeckt und für meine Mutter mitgenommen und mir im Herbst von ihr ausgeliehen. Es geht darin um Caroline Herschel, eine Astronomin im 18. Jahrhundert, die gemeinsam mit ihrem Bruder Wilhelm in England lebte, den Himmel und die Sterne erforschte und einige Kometen entdeckte. Eigentlich sehr schön geschrieben, aber ich habe doch eine Weile gebraucht, um wirklich reinzukommen und dann irgendwann das „Verlangen“ zu haben weiterzulesen. Nebenbei auch noch interessant und lehrreich – als es beendet war, wollte ich dann gern noch mehr über sie erfahren.

Gesehen
Zu Beginn des Monats „The Crown“ beendet – die Serie hat mir immer weniger gefallen, je weiter sie voranschritt bzw. je näher sie der Echtzeit kam. Da bin ich jetzt nicht besonders traurig, dass es vorbei ist. „Parlament“ fertig gesehen – die kurzen Folgen (unter 30 Minuten) waren perfekt für Abende, an denen ich erst zu spät zum „Feierabend“ kam, aber noch irgendwas sehen wollte. Am Anfang fand ich die Serie noch recht albern, aber irgendwas an ihr hat mich dann doch gefesselt. Und dann hatte ich den Anspruch, ich könnte sie auf Französisch schauen, und musste dann feststellen, dass dazu leider Untertitel nötig sind. Französisch-Leistungskurs, 12 Jahre später ist davon nicht mehr allzu viel übrig. Tatort aus Köln und Saarbrücken – und einige Folgen „Death In Paradise“ – nachdem ich querbeet immer mal eine Folge mit meinen Eltern gesehen habe, habe ich jetzt mal ganz am Anfang angefangen. Das ist einfach so eine „Feelgood“-Serie – wenn man was leichtes braucht, bei dem man nicht nachdenken muss.

Gegessen
Die letzten Weihnachtsplätzchen. Dann habe ich Mitte Januar ein kleines süß-herzhaft-Buffet für die Kolleg:innen bei der Arbeit aufgebaut als nachträgliche Geburtstagsfeier (und schulde den Kolleginnen noch immer die Rezepte, um die sie gebeten hatten). Einmal Käseplätzchen gebacken, dann einen Becherkuchen, weil Butter übrig war und verwertet werden wollte. Und ansonsten gab es viel Wintergemüse auf verschiedene Arten und viel Überbackenes. Lecker.