Sommerpause

Ich bin zurück! Vier Wochen war ich jetzt ein wenig abgetaucht, in meiner ganz eigenen Sommerpause. Resturlaub und Überbrückungszeit bis zum Beginn des neuen Jobs bedeuteten vier freie Wochen mitten im Sommer – in einer anderen Zeit hätte man ausgedehnte Reisen unternehmen können. Aus den bekannten Gründen fiel das dieses Jahr aus. Trotzdem oder vielleicht genau deswegen waren die zurückliegenden Wochen die entspannteste Zeit seit langem.

Sie begannen mit fünf Tagen auf einem niederländischen Campingplatz zwischen Drenthe und Friesland. Ein bisschen Niemandsland, mit schlechtem Handyempfang und ohne WLAN und damit einer unfreiwilligen, aber nicht unerwünschten Medienpause. Auch ansonsten waren diese Tage absolut entspannend – außer zweimal Einkaufen und einem kurzen Ausflug in die nächste Stadt haben wir nämlich überhaupt nichts unternommen. Stattdessen war Zeit zum Lesen, Spielen, Schwimmen und einfach Sein.

Ich hatte vorher gegenüber den (jetzt ehemaligen) Kollegen schon gesagt, dass ich beim Campen nur wenige Tage brauche bis zur Entspannung. Das hat sich hier mehr als bewahrheitet. Das Wetter war besser als angekündigt, die Abende trotzdem zum Teil recht frisch, aber das hat dem Ganzen keinen Abbruch getan. Morgens vor das Zelt treten, das Gesicht in die Sonne oder den Wind zu strecken, Mahlzeiten unter freiem Himmel, dazu ein gutes Buch, mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entspannt ging es auch nach diesem Mini-Urlaub weiter. Zuhause stand aufräumen auf dem Plan: Zelt säubern und trocknen, Wäsche waschen. Und daneben blieb weiter viel Zeit zum lesen, Gänge in die Stadt, Markteinkäufe, Kaffeetrinken mit Bekannten, Terrassenmahlzeiten und -abende. Den Laptop habe ich – außer für die unvermeidliche und nun zum Glück abgeschlossene – Autosuche nicht genutzt. Höchste Entspannung.

Ich habe jetzt in dieser Sommerpause gemerkt, wie sehr mir in den Wochen und Monaten mit Home Office und fehlenden Hobbies und Freizeitbeschäftigungen die Struktur in meinem Alltag gefehlt hat. Da war einfach nichts, um die Wochentage voneinander zu unterscheiden. Montag, Mittwoch oder Donnerstag  – völlig egal. Als ordnungsliebender Mensch ist mir das nicht leicht gefallen, da irgendwie eine Struktur aufrechtzuerhalten, wenn einfach nix da war, das dabei hätte helfen können – keine Termine, keine Begegnungen, nichts. Dabei aber immer das Gefühl im Nacken, es müsste sein; Ordnung ist schließlich das halbe Leben.

Aber im Urlaub braucht es keine Struktur und keine Ordnung. Im Urlaub, siehe oben, zählt das Vergnügen. Morgens aufstehen, mittags Essen kochen, abends auf der Terrasse Sternschnuppen suchen. Und dazwischen tun, was Spaß macht oder wonach einem der Sinn steht. Das tolle Wetter, das dann irgendwann nach dem Urlaub kam, tat sein Übriges. Nichts tun müssen und auch nicht das Gefühl zu haben, die Zeit mit Produktivem füllen zu müssen – höchste Entspannung.

Die Medienpause habe ich weiter fortgesetzt. Wieder war es keine bewusste Entscheidung, es ist einfach und quasi nebenbei passiert. Gelegentlich habe ich mal bei Instagram und Twitter reingeschaut oder in’s Mail-Postfach geguckt. Aber die meiste Zeit habe ich das Handy lediglich zum Fotografieren/Filmen genutzt, zum Beispiel um den ersten Aufbau meines eigenen Zeltes im heimischen Garten festzuhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das waren ganz besondere vier Wochen. Die nun bald vorbei sind: Bald bestimmen wieder externe Strukturen meinen Alltag. Werde ich meinen Verstand wieder zu mehr nutzen als meine tägliche Lektüre. Irgendwie empfinde ich Arbeit für mich doch auch als sinnstiftend. Irgendwie fehlte mir – nicht in der Sommerpause, sondern vor allem in den langen Wochen und Monaten davor – das Gefühl „nützlich“ zu sein, produktiv. Das kommt jetzt alles wieder und ich kann es kaum erwarten.

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